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RWE - Rheinbraun 2018

Unsere Steckdosen…

 

Kernenergie, Erdgas, Wind (on & offshore),Biomasse, Photovoltaik, Wasserkraft, Hausmüll, Steinkohle, Sonstige. Mit rd. 22 % liegt der größte Anteil an der Stromerzeugung  in Deutschland bei der Braunkohle. Drei Viertel  davon kommen aus dem rheinischen Revier fast direkt vor unserer Haustür: Rhein Braun, Garzweiler, Hambach und Inden Tagebau… pro Jahr werden bis zu 100 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert.

 

Vor rd. zwei Jahren kam Interesse auf sich das mal genauer anzusehen. Welcher Aufwand wird betrieben, wie sieht das aus? Windräder, Kühltürme, Photovoltaik etc. sieht man öfter. Am ersten Sonntag im Mai konnten wir es dann endlich  eindrucksvoll mit 15 Personen erleben. Von dem leicht zu erreichenden Aussichtspunkt  Skywalk bei Jackerath hatten wir einen guten Ein- und Überblick in den Tagebau Garzweiler. Zur Größe – alleine von der Fläche her würde halb Lohmar da rein passen…gemeint ist unser gesamtes Stadtgebiet. Und dann ist das „Loch“ rd. doppelt so tief wie der Höhenunterschied von Lohmar–Ort zu Scheiderhöhe. Tief beeindruckt von der Größe und der Aussicht bei bestem Wetter wurde dann erst mal die Grillwurst zubereitet. Es bestand so auch ausreichend Zeit zum Austausch untereinander (Erfreulich dabei: der Altersunterschied von mehr als 30 Jahren spielt dabei wie so oft keine Rolle).

Nach dieser Pause ging es zum eigentlichen Ziel. Von einem Treffpunkt in Bedburg Kaster  ging es mit einem Reisebus hinab in den Tagebau. In zwei Etappen zu je 60 Höhenmeter fuhren wir tief in den Tagebau hinein – waren aber längst nicht an der tiefsten Stelle. Fachkundig wurde uns der Abbau der Braunkohle und vieles mehr erklärt. Wir konnten Bagger 284 im Einsatz sehen – sein Schaufelrad würde den Keller für so manches Einfamilienhaus mit nur zwei Umdrehungen ausgeräumt haben. Ein anderer Bagger mit seinen riesigen Ausmaßen (über 60 Meter hoch und 200 Meter lang) wurde repariert. Eindrucksvoll wurde uns der Aufwand um Umsiedlung ganzer Ortschaften mit tausenden Einwohnern und ansässigen Vereinen aber auch um die Renaturierung vor Augen geführt. Da erscheint die Verlegung von 10 Km Autobahn noch das kleinere Problem gewesen zu sein. In einigen Jahrzehnten werden die nicht mit Abraum zu verfüllenden  „Löcher“ zu großen Seen. Der Tegernsee fällt dagegen in Größe und Tiefe eher klein aus.

Wir werden wohl weiterhin mit diesem Aufwand leben müssen um verlässlich Strom erhalten zu können. Bleibt die Hoffnung, dass wir verantwortungsvoller mit unserem Stromverbrauch umgehen.